»Vom Dialog zum Grundriss«

Viele Ideen für 'die Stadt' am See.

Dialogtage zur Zukunftsstadt bringen viel Input


Zwei gelungene Dialog­tage zur Zukunfts­stadt Konstanz sind mit viel Input zu Ende gegangen. Weitere Veranstaltungen folgen, kündigte Bürger­meister Karl Langen­steiner-Schön­born an: »Es ist ein offener Pro­zess. Wir werden einiges davon um­setzen, was wir an den beiden Tagen an Ideen und Anregun­gen gehört haben«.

Fotos © Stadt Konstanz / Chris Danneffel.

Wie kommt die Stadt Konstanz vom Heute zur »Zukunfts­stadt«? Ein wichtiger Schlüs­sel zum Erfolg liegt in der Begeg­nung und dem Aus­tausch von Bürger­Innen und Fachexpert­Innen. Das vom Bundes­minsterium für Bildung und For­schung geförderte Projekt »Zukunfts­stadt« lebt von diesem Dialog und den Bürger-Ideen. Am 1. und 2. Juni 2017 veranstaltete die Stadt­verwaltung zwei Dialog­tage mit Vorträgen von hoch­karätigen Experten, moderierten Work­shops, Gesprächen und Diskus­sionen. Mit an Bord sind die beiden Konstanzer Hoch­schulen. Alle Bürger­innen und Bürger waren zu der Veranstaltung eingeladen, die in den Räumen der Hoch­schule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung statt­fand.

In drei Arbeitgruppen wurden die wichtigen Themen wie Mobilität, Verkehrsvermeidung und die Qualität von Quartiersbildung diskutiert und reflektiert sowie Ideen eingebracht.

Konstanz ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Bei der Wohnraum­gewinnung hat sich die Stadt aus­schließ­lich auf die Innenen­twicklung konzentriert und alle verfüg­baren Brachen und Konversions­flächen aktiviert. Und Konstanz wächst weiter. Die Bevölkerungs­prognose des Statistischen Landes­amtes sagt für Konstanz bereits ein weiteres Wach­stum von 10,3 % bis 2035 voraus. Das entspräche einem Flächen­bedarf von ca. 40 Hektar. Doch wohin soll sich die Stadt, die umgeben ist von Wasser, geschützten Flächen und Staats­grenzen im Innen- wie auch im Außen­bereich entwickeln? Wie kann der Spagat zwischen stei­genden Wohnungs­bedarf und reduzierter Flächen­inanspruch­nahme gelingen? Konstanz wird sich mit dem Wett­bewerb Zukunftsstadt dieser zentralen Frage­stellung annehmen, um die Stadt auch weiterhin bedarfs­gerecht weiter­zuentwickeln. Der Schlüssel für die Zukunft liegt in der Re­duzie­rung der Pro-Kopf-­Wohnfläche. Dabei ist kleiner nicht automa­tisch gleich­bedeutend mit schlechter. Klug durch­dachte Grundrisse, Digital­isierung und neue Formen der Mobilität sind nur Bruch­stücke dieser grund­sätzlichen Aufgaben­stellung.

Aufbauend auf die in der ersten Phase gemeinsam entwickelte Vision wird sich die Frage nach der Reduzierung der Pro-Kopf-Fläche zuspitzen. Konstanz wird diese Frage beantworten, zunächst wissen­schaftlich und abschließend auch bau­lich in unserem Modell­quartier. Die Antwort wird Referenz für den weiteren Wohnungs­bau in der Stadt.

Zukunftsstadt Konstanz

Prof. Dr.-Ing. Thomas Stark von der HTWG Konstanz, Stadtplaner Lukas Esper und die Leiterin Marion Klose vom Amt für Stadtplanung und Umwelt sowie Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn mit der Ideenbox, in die BürgerInnen ihr Vorschlage und Anregungen einwerfen können.

»Bühne frei« für Ideen der Bürgerinnen und Bürger

Mit dem Motto »Smart wachsen - Qualität statt Quadrat­meter« und den Themen der nach­haltigen Quartiers­entwicklung haben sich Stu­dierende der HTWG und der Uni­versität Konstanz ein Semester lang in ihren Arbeiten beschäf­tigt. Am Don­nerstag, 1. Juni 2017 präsen­tierten sie im Rahmen der Nach­haltigkeits­konferenz der Hochschule ab 15 Uhr Thesen und Ergeb­nisse zum Thema »Zukunfts­stadt - Quartiere der Zukunft«. Eine offene Bühne sowie Vor­träge und eine Podiums­diskussion erwartete die Besucher­Innen von 19 Uhr bis 21 Uhr in der Mensa. Nach der Eröffnungs­rede von OB Uli Burchardt hatten die Bürger­Innen das Wort. Unter dem Slogan »Bühne frei« stellten die Konstanzer­Innen ihre Ideen vor. Damit möglichst viele zu Wort kommen, betrug die Rede­zeit pro Beitrag drei Min­uten.

Auf dem Podium saßen neben OB Burchardt die Lei­terin des Amtes für Stadt­planung und Umwelt, Marion Klose, sowie der externe Raum- und Stad­tplaner Henning Stepper von der mess GbR.





Ein breites Spektrum an Themen

Am Freitag, 2. Juni 2017 gab es Fach­vorträge von externen Expert­Innen. Nach der Ein­führung von Bürger­meister Karl Langen­steiner-Schönborn referiert Agnes Förster (Studio Stadt Region, München) über »Betei­ligungs­prozesse und ihre Bedeu­tung für die weiteren Planungen«. Bernd Künne (PRV Gesel­lschaft zur Entwicklung von Bau­vorhaben, München) berichtete über den »Ein­fluss der Verkehrs­planung auf die Gestaltung von Wohnquartieren«. Das Thema „»Stadt, Verkehr und Wohnen: Commun­ities und die Rückkehr nutzungs­offener Gebäude­typen« stand bei Georg Kogler (KOKA ZT GmbH, Wien) im Mittel­punkt. Abge­schlossen wurden die Vor­träge mit Kees Christiaanse (ETH Zürich, Amsterdam), der über »Inner­städtische Verdichtung mittels zeitgenös­sischer Typologien« referierte. Im Anschluss an die Vorträge wurden Arbeits­gruppen gebildet. Die Konstanzer Bürger­Innen brachten sich aktiv in den Prozess ein. Die Ergeb­nisse und Gedanken werden online veröffent­licht.

Handlungsprogramm Wohnen als Rahmen

Wichtiger Baustein für die künftige Ent­wicklung von Konstanz ist das Handlungs­programm Wohnen. Neben Aussagen zu den zu ent­wickelnden Gebieten, der angestrebten bau­lichen Dichte und den Wohn­formen beinhaltet das Prog­ramm auch viele quali­tative Aussagen: Welche Ziel­gruppen sollen in den zukünf­tigen Quartieren wohnen? Wie wird das Miet­preisniveau gestaltet sein? Welche Qualitäten sollen Wohn­ungen und Frei­räume aufweisen?

Konstanz eine von 20 ausgewählten Kommunen

Das Projekt Zukunfts­stadt Konstanz ist Teil des bundes­weiten Wett­bewerbes Zukunfts­stadt des Bundes­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF), in dessen Rahmen sich bundes­weit Kommunen mit unter­schiedlichen Themen der Stadt­entwicklung bewerben konnten. Die Stadt Konstanz wurde nach erfolg­reicher Teilnahme an Phase 1 des Wett­bewerbes als eine von 20 Kommunen zur Weiter­bearbeitung ausgewählt. Sie wird be­gleitet vom Frauen­hofer Institut IAO (Stuttgart) und bei den Dialog­tagen vom Büro nonconform (Wien).

PDF-Präsentationen der ReferntInnen