Wie werden wir im Jahr 2030 in Konstanz wohnen und leben?

Ein Rückblick auf Phase 1

Die Phase 1: Worum ging es?


Die landschaftlich einmalige Lage am See, verbunden mit zahlreichen Ein­richtungen in den Bereichen Wissen­schaft, Bildung, Wirt­schaft, Kultur, Frei­zeit und Sport machen Konstanz zu einer attraktiven Stadt mit hoher Lebens­qualität. Der Bodensee­raum zählt zu den Wachstums­regionen Europas. Region und Stadt ver­zeichnen seit Jahren einen Bevölkerungs­anstieg. Durch den Trend, dass Wachstum sich zu­nehmend auf einzelne Regionen konzen­triert, ist in Zu­kunft von einem weiteren Bevölkerungs­anstieg aus­zugehen.

Neben dem Bevölkerungs­wachstum bestimmen die zunehmende Haushalts­verkleinerung sowie weiterhin stei­gende Wohn­flächen­ansprüche die hohe Wohnungs­nachfrage. Auf der anderen Seite erfordern die geo­graphische Lage der Stadt, der See, die EU-Außen­grenze sowie zahlreiche Schutz­gebiete einen sehr haus­hälterischen Umgang mit der Flächen­entwicklung.

Für das Projekt Zukunfts­stadt stellte sich daher die Frage:
Wie wollen und können wir im Jahr 2030 wohnen und leben?

Die Phase 1 des Projektes Zukunfts­stadt war die Phase der Visions­entwicklung – aufbauend auf das Handlungs­programm wurde gemeinsam mit der Bürger­schaft eine Idee zum Gesicht der zukünftigen Gebiete der Stadt erarbeitet.

Das Handlungsprogramm Wohnen gibt die Richtung in der Konstanzer Wohnbau­entwicklung vor:

Welche Gebiete werden bebaut?
Was und wieviel wird gebaut?
Welche Qualitäten sollen die Quartiere haben?
Wie sieht das Preisniveau aus?


Der Rahmen zur Quartiersentwicklung ist also bereits gesteckt. Die baulichen Qualitäten der einzelnen Quartiere wurden bisher jeweils zumeist in den einzelnen Projekten neu bestimmt und baulich umgesetzt. Das Projekt Zukunfts­stadt eröffnet nun die Möglichkeit, das zukünftige Gesicht der Quartiere in einem breiten Beteiligungs­prozess und thematisch sehr differenziert zu diskutieren.

In der von Juni 2015 bis zum Mai 2016 dauernden ersten Phase des Projektes wurden hierfür ver­schiedene Veranstaltungen durch­geführt, in denen die Themen der Zukunfts­stadt diskutiert wurden.

Die Bürgerschaft hat das Wort:
»Zukunft entwickeln«

Kann Konstanz bei der Stadtplanung von Amsterdam lernen? Welche Ideen haben die Konstanzer Bürger­innen und Bürger für die zukünftigen Konstanzer Quartiere? Im Rahmen des Symposiums »Zukunft entwickeln« wurden interessante Denk­anstöße durch Referenten geliefert. Auch die Konstanzer­Innen waren beteiligt: In Workshops erarbeiteten Bürger­innen und Bürger Visionen für künftige Konstanzer Quartiere.

Neben dem Amsterdamer Stadtplaner Ton Schaap referierten am 18. Dezember 2015 in der voll­besetzten Aula der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung mit Prof. Dr. Günther Bachmann (General­sekretär des Nachhaltigkeits­rates), der Berliner Mobilitäts­forscher Dr. Weert Canzler, der Heidel­berger Recht­anwalt und Projekt­entwickler für Wohnungsbau Andreas Epple, der Wiener Architekt Roland Gruber sowie Dr. Kristian Peter vom Solar­forschungs­institut ISC in Konstanz weitere renom­mierte Fachleute. Oberbürger­meister Uli Burchardt und Baubürger­meister Karl Langen­steiner-Schönborn streiften in ihren einführenden Worten die Eck­punkte der Konstanzer Stadt­entwicklung. Bei dem Symposium wurden aber nicht nur Fakten vermittelt. Neben den Refer­aten bestand ein wesent­licher Program­mteil darin, gemeinsam mit Bürger­innen und Bürgern und der Wissen­schaft einen Blick in die Zukunft zu werfen. Die Besucher­Innen hatten die Möglichkeit, in Workshops unter Be­gleitung und Moderation von Vertreter­Innen aus der Wissen­schaft ihren Beitrag,zur Stadt im Jahr 2030 zu leisten - ein Angebot, das von vielen auch gerne angenom­men wurde. Das Themen­spektrum Stadt.Wohnen, Stadt.Mobil, Stadt.Gemischt und Stadt.Intelligent unter dem Ober­thema »Zukünftige Wohn­quartiere« zog sich als roter Faden durch die gesamte Veranstaltung.

Die Wissenschaft hat das Wort:
»Zukunft erforschen«

In einem Workshop mit der Wissen­schaft wurden gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Konstanzer Hoch­schulen mögliche Frage­stellungen für die zweite Phase der Zukunfts­stadt diskutiert und erar­beitet. Konkret ging es dabei auch darum, wie mögliche Formen der Zusam­menarbeit zwischen den unter­schiedlichen Disziplinen, aber auch zwischen den Hoch­schulen gestaltet werden können und welche weiteren Disziplinen in Phase 2 des Projektes mit ein­bezogen werden sollen. Beteiligt waren die Fakultät Architektur der HTWG Konstanz, die Referentin für Nach­haltige Entwicklung der HTWG, die Fakultät Soziologie der Universität Konstanz sowie das Kompetenz­zentrum Schlüssel­qualifikationen der Universität.

Aus den Ergebnissen des Workshops wurde ein konkretes Konzept der Zusam­menarbeit mit der Wissenschaft erarbeitet. In der zweiten Phase des Projektes nimmt die Wissen­schaft eine zentrale Rolle ein und erstellt Konzepte zu den in der ersten Phase entwickelten Frage­stellungen. In diesem Prozess werden Bürger­schaft und Stakeholder eng eingebunden.

Zukunftsstadt Konstanz

Die Referentinnen und Referenten des Symposiums vor dem vollbesetzten Saal (v.l.n.r.): Prof. Dr. Güther Bachmann, Ton Schaap, Andreas Epple, Dr. Kristian Peter, Marion Klose, Roland Gruber, Uli Burchardt, Karl Langensteiner-Schönborn

Die Verwaltung hat das Wort:
»Zukunft organisieren«

In einem Workshop zur Prozess­organisation wurde der verwaltungs­interne Prozess zur Planung neuer Quartiere behandelt. Vertreter­Innen aus allen städtischen Ämtern sowie der Behinderten­beauftragte und der Beauftragte für Bürger­beteiligung und Bürger­schaftliches Engagement der Stadt Konstanz diskutierten ihre Rollen sowie die ämter­übergreifende Zusam­menarbeit im Prozess und erarbeiteten diesen gemeinsam. Auch der Einbezug weiterer Grup­pierungen (z.B. Stakeholder, Bürgerschaft) wurde in einem ersten Schritt mitgedacht.

Die Vision: 
Wie sehen die Konstanzer Quartiere der Zukunft aus?


Die Grundlagen für die Vision wurden im Rahmen der Workshops des partizi­pativ vorbereiteten Symposiums gelegt. Über den Perspektiven­wechsel zu fiktiven Personen aus dem Jahr 2030 und mit Hilfe vorbereiteter Personen­steckbriefe wurden die – vermuteten – Lebens- und Wohn­bedürfnisse von unter­schiedlichen Altersgruppen und Milieus sehr konkret beschrieben. Dazu arbeiteten insgesamt über 80 Arbeits­gruppen, die sich aus den ca. 350 Teilnehmer­innen und Teilnehmern zusammen­setzten. Die konkreten Bedürfnisse bezogen sich auf die Handlungs­felder Stadt.Wohnen, Stadt.Gemischt, Stadt.Mobil und Stadt.Intelligent.

Zukunftsstadt Konstanz