Smart wachsen: Qualität statt Quadratmeter

Infos und Ausblick auf Phase 2

Die Phase 2: Worum geht’s?


Heute lebt mehr als die Hälfte der Welt­bevölkerung in Städten und die Tendenz steigt. Während in der Bundesrepublik vor wenigen Jahren noch inten­siv über Sub­urban­isierung diskutiert wurde, ist die Stadt heute wieder der bevor­zugte Wohn- und Lebens­raum. Groß- und Uni­versitäts­städte gehören bundes­weit zu den wachsenden Städten mit weiter stei­genden Bevöl­kerungs­prognosen und deutlich an­gespan­nten Wohnungs­märkten. Die Wohnungs­frage ist hier längst zur sozialen Frage ge­worden und damit ins Zentrum einer nach­haltigen Stadt­entwicklung gerückt. An der Wohnungs­frage wird die Frage der Zukunfts­fähigkeit bis hin zur wirt­schaftlichen Ent­wicklung einer Stadt entschieden.

Um dem gestiegenen Flächen­verbrauch entgegen­zusteuern hat die Bundes­regierung in ihrer Nach­haltigkeits­strategie fest­gelegt, den Flächen­verbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu ver­ringern. Gesenkt wurde der Ver­brauch bislang lediglich auf ca.70 Hektar. Die neue Landes­regierung Baden-Württemberg hat in ihrem Koalitions­vertrag fest­geschrieben, dass auch in Zeiten verstärkter Bau­tätigkeit am Netto-Null­-Ziel fest­gehalten werden soll.

Neben dem seit Jahren zuneh­menden Bevölkerung­swachstum in vielen Städten bestim­men die zunehm­ende Haushalts­verkleinerung sowie weiterhin steigende Wohn­flächen­ansprüche die hohe Wohnungs­nachfrage. Nach einer aktuel­len Studie des Instituts für Wohnung­swirtschaft (InWis) benötigt Deutsch­land mindestens 400.000 neue Wohnungen pro Jahr. Gegenüber dem der­zeitigen Niveau würde dies eine Stei­gerung um fast 50 Prozent in der Bau­tätigkeit bedeuten. Auch der Flächen­bedarf steigt rasant: Lag die Pro-Kopf-­Wohnfläche 1950 noch bei ca. 20m², ist die sie mittler­weile auf 45m² angewachsen – Tendenz steigend.

Zukunftsstadt Konstanz

Konstanz ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Bei der Wohnraum­gewinnung hat sich die Stadt aus­schließ­lich auf die Innenen­twicklung konzentriert und alle verfüg­baren Brachen und Konversions­flächen aktiviert. Und Konstanz wächst weiter. Die Bevölkerungs­prognose des Statistischen Landes­amtes sagt für Konstanz bereits ein weiteres Wach­stum von 10,3 % bis 2035 voraus. Das entspräche einem Flächen­bedarf von ca. 40 Hektar. Doch wohin soll sich die Stadt, die umgeben ist von Wasser, geschützten Flächen und Staats­grenzen im Innen- wie auch im Außen­bereich entwickeln? Wie kann der Spagat zwischen stei­genden Wohnungs­bedarf und reduzierter Flächen­inanspruch­nahme gelingen? Konstanz wird sich mit dem Wett­bewerb Zukunftsstadt dieser zentralen Frage­stellung annehmen, um die Stadt auch weiterhin bedarfs­gerecht weiter­zuentwickeln. Der Schlüssel für die Zukunft liegt in der Re­duzie­rung der Pro-Kopf-­Wohnfläche. Dabei ist kleiner nicht automa­tisch gleich­bedeutend mit schlechter. Klug durch­dachte Grundrisse, Digital­isierung und neue Formen der Mobilität sind nur Bruch­stücke dieser grund­sätzlichen Aufgaben­stellung.

Aufbauend auf die in der ersten Phase gemeinsam entwickelte Vision wird sich die Frage nach der Reduzierung der Pro-Kopf-Fläche zuspitzen. Konstanz wird diese Frage beantworten, zunächst wissen­schaftlich und abschließend auch bau­lich in unserem Modell­quartier. Die Antwort wird Referenz für den weiteren Wohnungs­bau in der Stadt.

Zukunftsstadt Konstanz

Wie sieht es aus, das flächen­effiziente und nach­haltige Wohn­quartier der Zukunft? Wie lassen sich größere Flächen­effizienz und gesteigerte Wohn­qualität in Einklang bringen? Diese Frage stehen im Zentrum der zweiten Phase des Projektes. Sie werden zunächst theo­retisch bearbeitet und in einem nächsten Schritt auf ein Modell­quartier übertragen. Das Konzept für das Modell­quartier soll allerdings nicht nur einen Selbst­zweck erfüllen: Ziel ist die Entwicklung eines über­geordneten planer­ischen Werkzeug­koffers, der Orientierung für die Entwicklung aller Gebiete des Handlungs­programms Wohnen gibt und dabei insbesondere das Thema der Flächen­effizienz und der daraus folgenden Themen in den planer­ischen Fokus rückt.


Das Modellquartier:
Die Christiani-Wiesen

Ziel ist es, im Rahmen der zweiten Phase, des Projektes Zukunfts­stadt, die Ende 2016 beginnt, das Gebiet Christiani-Wiesen (Größe 2 ha) als Modell­quartier für eine nachhaltige Stadt­planung zu entwickeln. Das Plan­gebiet ist Teil des Konstanzer Handlungs­programms Wohnens und eignet sich aufgrund seiner Lage, seiner Größe und seiner planer­ischen Rahmen­bedingungen in besonderer Weise als Real­labor im Rahmen des Projektes. Das Gebiet Christiani-­Wiesen hat so die Chance, Impuls­geber für kommende, noch größere Quartiers­entwicklungen (z.B. Nördlich Hafner mit ca. 2.500 Wohn­einheiten) zu werden.

Zukunftsstadt Konstanz




Austausch und Diskussion:
Die Veranstaltungen

Auch in der zweiten Projekt­phase ist der Austausch zwischen den Projekt­partnern und den verschiedenen Interessens­gruppen wesentliches Element. Um eine möglichst kompakte, effi­ziente und ziel­gerichtete Kommunikation zwischen den Beteiligten zu gewähr­leisten, wurden verschiedene Veranstaltungs­formate entworfen. Die Ergebnisse der Veranstaltungen sind nicht nur wichtige Grundlage für die inhaltliche Erar­beitung des Werkzeug­koffers, sie bilden auch die Grundlage für die weitere Zusam­menarbeit im Projekt. Folgende Veranstaltungen werden in regel­mäßigen Abständen über den Projekt­zeitraum durchgeführt:

StuDialog

In den Veranstaltungen des StuDialogs geht es vor allem um den Austausch: Die Studierenden der unter­schiedlichen Fach­richtungen an Universität und HTWG treffen sich zu einem Dialog in fach­lich gemischten Klein­gruppen. Dabei soll es nicht nur ein gegen­seitiges Kennen­lernen gehen. Über­geordnetes Ziel ist die inhalt­liche Diskus­sion, der Austausch über die jeweili­gen Ergebnisse und ein gegen­seitiger Impuls. Auf diese Weise können eigene Ergebnisse reflek­tiert, in einen anderen fach­lichen Kontext gesetzt und ggf. korrigiert werden.


StuDialog+

Der StuDialog+ ist nicht nur Austauschformat für Studierende. Hier haben die beteiligten Fach­gebiete die Möglichkeit, ihre Zwischen­ergebnisse vorzustellen und nicht nur mit Studier­enden anderer Fach­disziplinen, sondern auch mit der Bürger­schaft zu diskutieren. Für die Veranstal­tungen des StuDialog+ entsenden die Kurse der Hoch­schulen Vertreter­Innen, welche ihre Analysen und Konzepte auf einem kleinen »Marktplatz« der Einzel­projekte vorstellen und mit ausgewählten Bürger­Innen diskutieren. Die Zahl der teil­nehmenden Studierenden und BürgerInnen ist bei den Veran­staltungen des StuDialogs möglichst aus­geglichen.

Symposium Zukunftsstadt 

Im Rahmen der Phase 2 des Projektes »Zukunftsstadt« finden insgesamt zwei große Symposien statt. Die Symposien sind das zentrale Austausch­format des Projektes. Sie vereinen die Vorstel­lung der Ergebnisse der studentischen Arbeiten, Fach­vorträge von externen Exper­tinnen und Experten sowie Work­shops, Arbeits­gruppen und die Möglichkeit für alle Konstanzer Bürger­Innen, sich aktiv in den Prozess einzubringen. Ziel der Symposien ist es, alle Akteur­innen und Akteure zusammen zu bringen, um gemeinsam an der Idee der Zukunfts­stadt zu arbeiten. Sie Haben Anregungen oder Ideen? Jetzt dabei sein und mitmachen!

Zukunftsstadt Konstanz
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zukunftsstadt@konstanz.de